04.07.2018

ECTS

Die Liberalen Hochschulgruppen fordern jeden Studiengang so zu gestalten, dass bis zu ein Drittel der ECTS-Punkte nicht mit in die Durchschnittsnote einfließt. Hierbei soll es in der Hand der Studierenden liegen, welche Kurse sie sich als benotet und welche als unbenotet eintragen lassen.

Der große Vorteil von Bachelor und Master gegenüber den alten Studiengängen oder auch Studiengängen, die mit dem Staatsexamen abschließen, ist, dass die Abschlussnote nicht von wenigen Prüfungen abhängt, sondern den gesamten Studienverlauf berücksichtigt. Dadurch entsteht jedoch ein permanenter Leistungsdruck, da jede Note entscheidend ist. Wer am Ende einen sehr guten Abschluss haben will, muss jede Prüfung sehr gut bestehen. Dies ist eine unrealistische Anforderung, die nicht dazu verwendet werden sollte, den Studierenden Druck zu machen.

Zudem fordern die Liberalen Hochschulgruppen eine Nachjustierung bei den Wochenstunden, pro ECTS-Punkt:

Ein ECTS-Punkt steht derzeit für 30 Arbeitsstunden. Mit 30 ECTS-Punkten pro Semester kommt man auf 900 Arbeitsstunden: Das entspricht einer Arbeitszeit von 7,5 Stunden pro Tag bei freiem Wochenende ohne Urlaub. Allein dieses Ziel halten die Liberalen Hochschulgruppen für absurd. Ein Studium prägt die Studierenden nicht nur durch die reine Lern- und Arbeitszeit, sondern auch andere Erfahrungen wie Diskussionen fernab von Seminaren, Reisen, Seminare, die nicht in den eigenen Studienverlauf gehören, sondern in den Bereich des Studium Generale, und viele Dinge mehr, bei denen man Eigenverantwortung und Bildungswillen beweisen muss. Zudem berücksichtigt diese Vorgabe an Arbeitsstunden nicht, dass viele Studierende arbeiten müssen, um sich ihr Studium leisten zu können. Das ist nicht möglich, wenn man 7,5 Stunden pro Tag mit dem Studium beschäftigt ist. Solange nicht alle Studierenden den vollen BAföG-Satz unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern vom Staat zur Verfügung gestellt bekommen, kann der Staat nicht verlangen, dass soviel Zeit der Studierenden in das Studium fließt. Die Liberalen Hochschulgruppen fordern eine Anpassung dahingehend, dass ein ECTS-Punkt nur für 20 Arbeitsstunden steht. Die Anzahl der zu erreichenden ECTS-Punkte für den jeweiligen Abschluss darf dabei nicht erhöht werden.