Für eine liberale Frauenförderung im Verband


Die Liberalen Hochschulgruppen haben ein tiefgehendes, alle Verbandsebenen durchziehendes Problem in der Einbindung, Repräsentation und Partizipation von Frauen. Auch wenn dieses Problem sich nicht in Form eines Antrages beheben oder umfassend behandeln lässt, sondern eines umfassenden gesamtverbandlichen Prozesses bedarf, fordern wir als Auftakt eines echten Wandels:

  • Zunächst fordern die liberalen Hochschulgruppen, dass die Ausgangslage gründlich unter Einbeziehung der Orts- und Landesgruppen evaluiert wird, bevor Maßnahmen umgesetzt werden.
  • Den Bundesvorstand auf, eine Mitgliederkampagne zu starten, die gezielt Frauen anspricht und die den örtlichen LHG-Gruppen ebenfalls zur Verfügung gestellt wird.
  • Eine Vertrauensperson auf alle LHG-Veranstaltungen zu ernennen. Diese soll, wie auch die Ombudsperson, im Falle einer zwischenmenschlichen Auseinandersetzung Hilfe anbietet und eingreifen können. Auf Grund ihrer Stellung ermutigen wir die Ombudsperson an den BMV teilzunehmen. Sollte sie an Veranstaltungen nicht anwesend sein, muss eine zweite Vertrauensperson bestimmt werden.
  • Den AK Frauen auf einmal jährlich auf der Bundesmitgliederversammlung über die geleistete Arbeit zu berichten.
  • Eine Evaluation unserer Außenwirkung, der Öffentlichkeitsarbeit und der Ansprache von Interessierten
  • Einen niedrigschwelligen Einstieg in das Engagement, indem Interessierte und Neumitglieder aktiv angesprochen, zum Engagement motiviert, Orientierung gegeben und Ansprechpartner aufgezeigt werden
  • Auf eine einladende und respektvolle Gruppenkultur und -Kommunikation hinzuwirken; Teambuildingmaßnahmen und andere gemeinschaftsstiftende Veranstaltungen einzuführen bzw. zu vertiefen
  • Die Evaluation bestehender Veranstaltungsformate im Hinblick auf ihre Attraktivität für unterrepräsentierte Gruppen
  • Die Entwicklung neuer Veranstaltungsformate, die Vernetzungsmöglichkeiten für bislang unterrepräsentierte Gruppen bei den Liberalen Hochschulgruppen schaffen
  • Stärkere Sensibilisierung der Funktionsträger, aber auch aller Mitglieder für Sexismus; Gegenseitige Unterstützung und deutlicher Widerspruch bei sexistischen Aussagen; Fehlverhalten soll konsequent geahndet werden
  • Vorbilder stärker und in den Vordergrund rücken.
  • Auch zurückhaltendere Menschen proaktiv auf zu besetzende Posten ansprechen und motivieren, sich dieser Herausforderung zu stellen
  • Transparenteres Aufzeigen von Anforderungen für Ämter
  • Sexistischen Kommentaren in Wahlkämpfen und Findungsprozessen klar entgegentreten; klare Betonung von Kompetenz und erwartetem Engagement als leitenden Entscheidungskriterien
  • Es müssen in allen LHG-Landesverbänden schnellstmöglich Ombudspersonen etabliert werden, die sich auch mit dem Aufgabenschwerpunkt von Fehlverhalten wie Sexismus beschäftigen.
  • Die FDP soll sich daran auch ein Vorbild nehmen können.
  • Alle hier genannten Maßnahmen zur Förderung von Frauen müssen regelmäßig hinsichtlich ihrer Wirksamkeit überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.
  • Am Ende steht für uns Liberale Hochschulgruppen das Ziel, viele Frauen für unsere Themen zu begeistern und sie zu aktiver Mitarbeit zu animieren. Wir sind überzeugt, dass wir als Verband mit einer breiter aufgestellten Programmatik und neuen Formen der politischen Arbeit für alle liberal denkende Menschen eine Atmosphäre schaffen können, in der sie sich gerne einbringen können – und wollen. Mit steigendem Anteil an der Mitgliederzahl sind wir zuversichtlich, mittelfristig mehr Frauen für die Vorstandsarbeit begeistern zu können.

 

Eine verpflichtende innverbandliche Frauenquote lehnen wir ab, denn diese verdeckt nur vorhandene Probleme, statt sie zu lösen.