FORSCHUNG BLOCKIERT: LHG kritisiert
Berlin, 02. Juni 2026 – Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) kritisiert die gravierende Fehlverteilung und Blockade von universitären Fördermitteln scharf. Angesichts des massiven Sanierungsstaus, wachsender Bürokratieberge und fehlender Planungssicherheit an deutschen Hochschulen wirkt das Zurückhalten versprochener Investitionsmittel wie der Versuch, den digitalen Wandel mit der Postkutsche einzuholen – während das Dach im Hörsaal einbricht.
Damit demonstriert die Bundesregierung erneut, dass es ihr nicht gelingt, eine verlässliche Strategie für die Finanzierung der akademischen Landschaft zu finden. Zunächst werden im Rahmen des 500-Milliarden-Sondervermögens gewaltige Investitionen in unsere Hochschulen versprochen, dann geraten sie aufgrund von Koalitionsstreitigkeiten und mangelnder haushaltspolitischer Priorität wieder in Zweifel. Dieses Zögern verdeutlicht: Universitäten dienen in diesem Haushaltskonflikt erneut als Verhandlungsobjekt. Akademische Exzellenz stellt jedoch keinen beliebigen Haushaltsposten dar. Sie legt fest, ob es jungen Menschen möglich ist, unter modernsten Bedingungen zu forschen und zu lernen. Wer notwendige Verbesserungen verhindert, setzt den Bildungsaufstieg, die Innovationskraft und den Wissenschaftsstandort Deutschland aufs Spiel.
„Die aktuellen Monitoring-Daten aus dem Finanzministerium offenbaren ein finanzpolitisches Trauerspiel“, kritisiert Charles Lübcke, Bundesvorsitzender der Liberalen Hochschulgruppen. „Zentrale Haushaltstitel wie die ‚Schnellbauinitiative Hochschulen‘ oder der strategische Ausbau von Forschungsinfrastrukturen blieben im Jahr 2025 durchgehend gesperrt – es floss de facto kein einziger Cent in diese Projekte. Anstatt echte Investitionen zu tätigen, wird das Sondervermögen als reiner ‚Verschiebebahnhof‘ zweckentfremdet, um reguläre Haushaltslöcher zu stopfen, so der vernichtende Befund des Bundesrechnungshofs. Dass ausgerechnet die Investitionen in Bildung und Forschung weit hinter dem Plan zurückliegen, obwohl genau diese nachweislich am stärksten zum Wirtschaftswachstum beitragen, entlarvt die wissenschaftspolitische Verantwortungslosigkeit dieser Koalition.“
Statt staatlicher Gängelung bei den Fördermitteln braucht es endlich echte Autonomie und Verlässlichkeit. Die Bundes-LHG fordert den konsequenten Übergang zu flexiblen Globalbudgets, die den Hochschulen Planungssicherheit garantieren und sich an den tatsächlichen Erfordernissen von Forschung und Lehre orientieren. Ein modernes Fördersystem muss massiv entbürokratisiert werden, damit die Gelder direkt in die Wissenschaft fließen und nicht in Antragsbergen ersticken. Außerdem sind mehr Wettbewerb und eine unkomplizierte, bedarfsgerechte Zuweisung notwendig, damit zukunftsweisende Projekte und exzellente Lehre nicht bestraft, sondern gefördert werden.
„Wir wollen mutige Innovationen statt bürokratischer Stillstandsverwaltung“, so David Samaan, Stellvertretender Bundesvorsitzender für Programmatik und weiter: „Die Bundesregierung muss die blockierten Mittel sofort freigeben und eine radikale finanzielle Eigenverantwortung der Universitäten ermöglichen. Nur durch echten Wettbewerb und den Abbau von staatlichen Regulierungen entfesseln wir die volle Leistungsfähigkeit unserer Hochschulen. Der Rückschritt in die planwirtschaftliche Mittelvergabe muss enden – für eine moderne Wissensgesellschaft brauchen wir freie Forschung, die nicht am Tropf einer starren Förderbürokratie hängt.“
Die Regierung darf Studenten und Wissenschaftler nicht länger mit leeren Versprechen, Verzögerungen und haushaltspolitischem Chaos abspeisen. Wer das Aufstiegsversprechen ernst nimmt, sollte die Hochschulfinanzierung modernisieren, anstatt versprochene Zukunftsinvestitionen abzusagen.
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