BAföG-Reform braucht Verlässlichkeit statt Koalitionsstreit
Berlin, 06. Februar 2026 – Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen (LHG) kritisiert die anhaltende Uneinigkeit innerhalb der Bundesregierung über die Finanzierung der angekündigten BAföG-Reform. Der offene Streit zwischen Finanz- und Forschungsressort verzögert dringend notwendige Reformschritte und verstärkt die Unsicherheit für Studierende, Schülerinnen, Schüler und Auszubildende.
Steigende Mieten, hohe Lebenshaltungskosten und eine zunehmend komplexe Antragsstellung haben dazu geführt, dass das BAföG seine Funktion als Instrument der Bildungs- und Chancengerechtigkeit nur noch eingeschränkt erfüllt. Dass inzwischen nur noch ein kleiner Teil der Studierenden gefördert wird und viele Anspruchsberechtigte auf einen Antrag verzichten, unterstreicht den strukturellen Reformbedarf. Notwendig ist daher eine Weiterentwicklung des BAföG, die sich stärker an der Lebensrealität Studierender orientiert. Eine vom Familieneinkommen unabhängige Förderung kann zu mehr Eigenständigkeit beitragen und das System transparenter machen. Gleichzeitig ist eine automatische Anpassung der Fördersätze an die Inflation erforderlich, um reale Kaufkraftverluste zu vermeiden und Planungssicherheit zu schaffen.
Auch der Studienverlauf muss stärker berücksichtigt werden. Ein selbstbestimmtes Studium setzt voraus, dass Förderzeiträume ausreichend flexibel ausgestaltet sind. Eine Ausweitung der maximalen Fördersemester über die Regelstudienzeit hinaus würde unnötigen Druck reduzieren und individuelle Bildungswege besser abbilden. Darüber hinaus sollte das BAföG mit studentischer Erwerbstätigkeit besser vereinbar sein. Viele Studierende sind auf Nebenjobs angewiesen oder möchten praktische Erfahrungen sammeln. Eine Anhebung der Hinzuverdienstmöglichkeiten, orientiert an der Minijob-Grenze, würde Arbeit neben dem Studium erleichtern, ohne die Förderung unmittelbar zu gefährden.
Unverzichtbar ist schließlich eine umfassende Entbürokratisierung des BAföG. Ein vollständig digitales, verständliches und transparentes Antragsverfahren ist Voraussetzung dafür, dass staatliche Studienfinanzierung tatsächlich genutzt wird und nicht an formalen Hürden scheitert.
Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen fordert die Bundesregierung auf, die BAföG-Reform zügig vorzulegen und finanziell verbindlich abzusichern. Eine nachhaltige Studienfinanzierung ist kein Nebenprojekt, sondern eine zentrale Investition in Bildung, Innovation und individuelle Aufstiegschancen.
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