Berlin, 23. Mai 2026 – Der Bundesverband Liberaler Hochschulgruppen kritisiert Jens Spahns Absage an eine BAföG-Erhöhung. Angesichts der steigenden Mieten, höheren Lebenshaltungskosten und wachsenden finanziellen Belastungen kommt diese Abfuhr den Studenten wie ein Schlag ins Gesicht vor.

Damit demonstriert die Bundesregierung erneut, dass es ihr nicht gelingt, eine verlässliche Strategie für die Finanzierung des Studiums zu finden. Zunächst werden Verbesserungen versprochen, dann geraten sie aufgrund von Koalitionsstreitigkeiten und mangelnder haushaltspolitischer Priorität wieder in Zweifel. Dieses Zögern verdeutlicht: Studenten dienen in diesem Haushaltskonflikt erneut als Verhandlungsobjekt. BAföG stellt jedoch keinen beliebigen Haushaltsposten dar. Es legt fest, ob es jungen Menschen möglich ist, unabhängig vom finanziellen Hintergrund ihrer Eltern zu studieren. Wer notwendige Verbesserungen verhindert, setzt den Bildungsaufstieg, die Chancengerechtigkeit und den Wissenschaftsstandort Deutschland aufs Spiel.

Statt einer Absage braucht es endlich eine umfassende Reform. Die Bundes-LHG fordert ein familienunabhängiges BAföG, dessen Höhe automatisch an die Inflation gekoppelt wird. So ist Studienfinanzierung planbar und orientiert sich an den tatsächlichen Lebenshaltungskosten der Studenten. Ein modernes BAföG sollte als zinsloses Darlehen ausgestaltet und nach dem Studium zurückgezahlt werden. Gleichzeitig braucht es einen vollständig digitalen, einfachen und unbürokratischen Beantragungsprozess. Außerdem sind mehr Flexibilität bei der Förderdauer und faire Hinzuverdienstgrenzen notwendig, damit Arbeit neben dem Studium nicht bestraft wird. 

Die Regierung darf Studenten nicht länger mit leeren Versprechen, Verzögerungen und haushaltspolitischem Chaos abspeisen. Wer das Aufstiegsversprechen ernst nimmt, sollte das BAföG modernisieren, anstatt Verbesserungen abzusagen.

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