An immer mehr Universitäten werden geschlechterspezifisch nutzbare Sanitärräume zu sogenannten „All-Gender-Toiletten“ umgewidmet. In den meisten Fällen finden solche Umwidmungen nur vereinzelt statt, sie bieten aber Anlass dazu, dass wir als Liberale Hochschulgruppen hierzu Stellung beziehen. Eine liberale Antwort auf dieses Phänomen kann nicht ein Verbot sein. Wir lehnen daher explizit das Konzept von All-Gender-Toiletten nicht ab. Klar ist für uns jedoch auch, dass Sanitärräume auch als geschlechterspezifische Schutzräume dienen und in dieser Funktion erhalten werden müssen. All-Gender-Toiletten können geschlechtergetrennte Sanitärräume daher nur ergänzen, niemals ersetzen. Die Umwidmung von geschlechterspezifischen Toiletten in All-Gender-Toiletten ist daher abzulehnen, da sie geschlechterspezifische Schutzräume verknappt. Die Einrichtung von All-Gender-Toiletten sollte daher nur im Zuge von Neubauten oder großangelegten Umbauten unter Beibehaltung bisheriger geschlechtergetrennter Kapazitäten erfolgen. Über Debatten zur Planung und Einrichtung neuer All-Gender-Toiletten hinaus fordern wir, dass bestehende
Sanitärkonzepte auf die Barrierefreiheit und das Vorhandensein von Wickelmöglichkeiten geprüft werden, um das Studieren mit Behinderung oder Kind zu erleichtern.
