Für Arbeitgeber wird die Berufs- und Praxiserfahrung von Hochschulabsolventen immer wichtiger. Um diese zu sammeln, sind externe Praktika (gemeint sind nicht Laborpraktika oder Exkursionen) neben Studentenjobs im klassischen Studium der gängigste und sinnvollste Weg, der von vielen Arbeitgebern inzwischen vorausgesetzt wird. Dabei werden Studenten vom Gesetzgeber allerdings immer noch zahlreiche Steine in den Weg gelegt und die Bedingungen durch Studiengegebenheiten erschwert. Wir Liberale Hochschulgruppen fordern daher:
- Neben den klassischen Studieninhalten müssen Studiengänge auch die Möglichkeit bieten, praktische Erfahrung zu bieten. Wir befürworten es daher ausdrücklich, Praktikumsmodule dort in den Studienverlauf zu integrieren, wo dies im Rahmen der Konzeption des Studiengangs und des Studienverlaufs Sinn ergibt.
- Praktikumsmodule sollen ein akademisches Studium ergänzen, nicht ersetzen. Praktikumsmodule sollten daher nicht über das Maß hinaus mit ECTS-Punkten belohnt werden, um den tatsächlichen akademischen Teil des Studiums nicht zu stark zu verringern. Es sollte also in den meisten Fällen nicht die aufgewendete Zeit für das Praktikum maßgeblich für die ECTS-Bewertung sein, sondern in etwa der Umfang klassischer akademischer Module.
- Neben Praktikumsmodule sollen auch freiwillige Praktika neben dem Studium versicherungsfrei sein, auch wenn das Gehalt dabei die Minijobgrenze übersteigt. Ein freiwilliges Praktikum darf nicht mehr dazu führen, dass Studenten aus der Familienversicherung rausfallen oder dass andere Beiträge fällig werden. Um dem Missbrauch einer solchen Regelung vorzubeugen, ist diese Regelung auf 3/6 Monate begrenzt
- Wo Praktika neben dem eigentlichen Studienverlaufsplan absolviert werden, kann dies zu Terminkonflikten mit Pflichtklausuren oder Abgabefristen für Seminararbeiten führen. In solchen Fällen soll die Abgabefrist entsprechend verlängert werden können, ohne, dass dies Auswirkungen auf die Note oder Versuchsanzahl hat. Auch verpflichtende Klausuren sollen in solchen Fällen entschuldigt und ohne Nachteil zu einem späteren Versuch abgelegt werden können.
- Hochschulen sollen verstärkt mit Unternehmen zusammenarbeiten, um den Weg in Praktika zu erleichtern. Bestehende Patenschaftsprogramme oder auch Gap-Year- Programme wie etwa das der Fakultät für Betriebswirtschaftslehre der Universität Mannheim dienen hierfür als Best-Practice-Beispiele.
